Spar-Taktik
Spar-Taktik 5 min lesen

Heizkosten bei Abwesenheit senken

Passe deine Heizung an deinen Alltag an. So sparst du im Urlaub und beim Pendeln Energie, ohne dass die Wohnung komplett auskühlt.

Thermostat an einem Heizkörper

Jeden Morgen verlässt du die Wohnung, fährst ins Büro oder verreist für ein paar Tage. Deine Heizung läuft derweil munter weiter und verbrennt bares Geld. Die Heizkosten bei Abwesenheit zu senken, gehört zu den effektivsten Stellschrauben für dein Haushaltsbudget. Dabei geht es nicht darum, die Heizkörper einfach komplett abzudrehen. Vielmehr brauchst du einen cleveren Heizplan, der deine Gewohnheiten widerspiegelt und die Raumtemperatur genau dann absenkt, wenn tatsächlich niemand zu Hause ist.

Was ist das?

Unter der Heizkostenabsenkung versteht man das gezielte Herunterregeln der Raumtemperatur, wenn du dich nicht in der Wohnung aufhältst. Im Alltag unterscheiden wir dabei zwischen der Normaltemperatur, der Absenktemperatur und dem Frostschutz. Während du dich im Wohnzimmer bei 20 bis 21 Grad Celsius wohlfühlst, reicht bei stundenweiser oder tageweiser Abwesenheit oft eine Absenktemperatur von 16 bis 18 Grad Celsius völlig aus. Der Frostschutz, am Thermostat meist mit einem Schneeflocken-Symbol markiert, hält die Heizkörper bei etwa 5 bis 8 Grad Celsius warm. Diese Funktion verhindert in eisigen Winternächten, dass das Wasser in den Rohren gefriert und teure Leitungsschäden entstehen.

Viele Verbraucher machen den Fehler, die Heizung beim Verlassen der Wohnung komplett auf null zu drehen. Das führt direkt in die sogenannte Auskühl-Falle. Kühlen die Wände völlig aus, benötigt das System später unverhältnismäßig viel Energie, um die kalte Bausubstanz wieder aufzuwärmen. Zudem kondensiert Luftfeuchtigkeit an stark ausgekühlten Wänden besonders schnell, was das Schimmelrisiko drastisch erhöht. Ein moderates Absenken der Temperatur ist daher in der Regel effizienter als ein ständiges, extremes An- und Ausschalten.

Wie funktioniert es?

Wie stark du die Heizung herunterregelst, hängt maßgeblich von der Dauer deiner Abwesenheit ab. Hier gilt es, typische Szenarien im Alltag zu unterscheiden.

Bist du für einen Kurzurlaub von drei bis sieben Tagen unterwegs, empfiehlt sich eine durchgehende Raumtemperatur von etwa 15 bis 16 Grad Celsius. Damit sparst du deutlich Energie, ohne die Bausubstanz zu gefährden. Ähnliches gilt für das Wochenendpendeln: Wenn du regelmäßig für zwei bis drei Tage nicht da bist, solltest du die Thermostate ebenfalls auf diesen mittleren Bereich reduzieren. So verhinderst du, dass die Wohnung Montagmorgen unangenehm durchgefroren ist.

Bei einer längeren Abwesenheit von mehr als einer Woche greift eine andere Taktik. Hier kannst du die Temperatur weiter senken. Steht der Winter vor der Tür, darfst du die Heizung jedoch niemals komplett ausschalten. Nutze stattdessen die Frostschutz-Einstellung der Thermostate. Beachte als Mieter allerdings deine vertraglichen Pflichten: Das Mietrecht sieht oft vor, dass eine gewisse Mindesttemperatur in der Wohnung gehalten werden muss, um Schäden durch Kälte zu vermeiden. Die Verbraucherzentrale rät deshalb, bei längeren Reisen nicht unter 15 bis 16 Grad Celsius zu gehen. So beugst du nicht nur Schimmel vor, sondern auch möglichem Ärger mit dem Vermieter und deiner Haftpflichtversicherung.

Ein besonderes Augenmerk erfordert das Homeoffice. Arbeitest du von zu Hause, verbringst du deutlich mehr Zeit in der Wohnung als an einem klassischen Bürotag. Deine Heizzeiten verlängern sich entsprechend. Passe dein Zeitprogramm am Thermostat unbedingt an diese Arbeitstage an, damit die Heizung nicht tagsüber ungewollt in den Absenkmodus wechselt, während du am Schreibtisch sitzt. Im Umkehrschluss darfst du nicht vergessen, die Temperatur an deinen Präsenztagen im Büro wieder konsequent zu drosseln.

In der Praxis

In der Praxis machen sich diese kleinen Anpassungen auf der Jahresabrechnung deutlich bemerkbar. Eine gängige Faustregel besagt: Wenn du die Raumtemperatur um nur ein Grad Celsius senkst, sparst du rund sechs Prozent der Heizenergie. Nehmen wir einen durchschnittlichen Gasverbrauch von 12.000 Kilowattstunden pro Jahr in einem Haushalt an. Bei den von der Bundesnetzagentur im Frühjahr 2026 erfassten Gaspreisen von rund 10 Cent pro Kilowattstunde entspricht das jährlichen Heizkosten von etwa 1.200 Euro. Senkst du die Durchschnittstemperatur durch einen cleveren Abwesenheitsplan im Schnitt um zwei Grad ab, sparst du fast 150 Euro im Jahr ein.

Um diese Routine dauerhaft in den Alltag zu integrieren, lohnen sich programmierbare oder smarte Thermostate. Elektronische Thermostate lassen sich für jeden Wochentag exakt programmieren. So kannst du festlegen, dass das Badezimmer morgens um sechs Uhr warm ist und die Temperatur ab acht Uhr automatisch auf 16 Grad abfällt, wenn du das Haus verlässt. Smarte Thermostate gehen noch einen Schritt weiter und erkennen teilweise über das Smartphone, wann du dich der Wohnung wieder näherst.

Eine typische versteckte Kostenfalle ist die Missachtung der Saisonalität. In der herbstlichen Übergangszeit musst du seltener heizen, da die Sonneneinstrahlung die Räume tagsüber oft noch ausreichend wärmt. Hier reicht es manchmal schon, die Heizung an warmen Tagen manuell herunterzuregeln. In einer strengen Frostperiode kühlt das Mauerwerk der Wohnung hingegen rasant aus. Dann musst du die Absenktemperatur etwas höher ansetzen (etwa 17 bis 18 Grad Celsius), um das Schimmelrisiko und den teuren Wiederaufheiz-Effekt zu minimieren.

Fazit

Die Heizkosten bei Abwesenheit zu senken, ist ein täglicher Balanceakt zwischen Energieeinsparung und dem Schutz deiner Wohnung vor dem Auskühlen. Indem du die Temperatur bei Kurztrips, beim Wochenendpendeln oder an reinen Bürotagen moderat auf 16 bis 18 Grad Celsius absenkst, entlastest du dein Haushaltsbudget spürbar, ohne in die typische Auskühl-Falle zu tappen. Kontrolliere am besten noch heute deine Thermostate und stelle ein festes Wochenprogramm ein, das exakt zu deinen Abwesenheitszeiten und deinen Homeoffice-Tagen passt.

Quellen (5)
Redaktion

Geschrieben von

Redaktion

Das Redaktionsteam recherchiert und schreibt Artikel zu aktuellen Themen rund um Tech, Lifestyle und Ratgeber.