Durchlauferhitzer bewusst einstellen
Warmwasser kann viel Strom ziehen. Mit Temperatur, Duschdauer und Tarif steuerst du die Kosten spürbar.
Wenn dein Warmwasser über einen elektrischen Durchlauferhitzer läuft, hängt ein Teil deiner Stromrechnung direkt an jeder warmen Minute unter der Dusche. Stand April 2026 lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf drei Dinge: Temperatur, Durchfluss und Zustand des Geräts.
Was ist das?
Ein Durchlauferhitzer erwärmt Wasser erst dann, wenn du den Hahn aufdrehst. Es gibt also keinen großen Warmwasserspeicher, der ständig auf Temperatur gehalten wird. Das ist praktisch, aber die Leistung ist hoch: Viele elektrische Geräte liegen bei etwa 18 bis 27 kW Anschlussleistung. Zum Vergleich: Ein Wasserkocher hat oft rund 2 kW.
Dieser Artikel gilt für Wohnungen und Häuser, in denen Dusche, Bad oder Küche mit einem elektrischen Durchlauferhitzer versorgt werden. Er gilt nicht direkt für zentrale Warmwasserbereitung, Gas-Therme oder Fernwärme. Dort entstehen Warmwasserkosten anders, auch wenn kürzer duschen natürlich ebenfalls hilft.
Wichtig ist auch: Mietende entscheiden einen Gerätetausch meist nicht selbst. Du kannst aber die Wunschtemperatur einstellen, dein Duschverhalten ändern, einen geeigneten Duschkopf nutzen und bei Problemen den Vermieter oder die Hausverwaltung ansprechen.
Wie funktioniert es?
Der Stromverbrauch entsteht aus Leistung mal Zeit. Ein 21-kW-Durchlauferhitzer verbraucht bei voller Leistung in 5 Minuten rund 1,75 kWh: 21 kW geteilt durch 60 Minuten mal 5 Minuten. Bei einem Arbeitspreis von 35 Cent pro kWh kostet diese Dusche etwa 0,61 Euro nur für Warmwasserstrom. Tarife ändern sich laufend; die Bundesnetzagentur weist deshalb regelmäßig auf Preisänderungen, Abschläge und Anbieterbedingungen hin.
Die erste Stellschraube ist die Temperatur. Für Dusche und Waschbecken sind meist 38 bis 42 Grad am Gerät angenehm. Wenn du das Gerät auf 55 oder 60 Grad stellst und dann kaltes Wasser beimischst, bezahlst du unnötig hohe Erwärmung. Bei elektronischen Geräten stellst du besser direkt die Zieltemperatur ein. Jedes Grad weniger senkt den Energiebedarf etwas, weil das Wasser weniger stark erhitzt werden muss. Bei Haushalten mit Kindern ist außerdem Verbrühungsschutz wichtig: 38 Grad sind für viele Situationen komfortabel, deutlich höhere Temperaturen brauchst du im Bad selten.
Die zweite Stellschraube ist die Wassermenge. Ein normaler Duschkopf liegt oft bei etwa 12 Litern pro Minute. Ein guter Sparduschkopf kommt häufig mit 6 bis 7 Litern pro Minute aus. Weniger Wasser bedeutet weniger zu erwärmendes Wasser. Das senkt Strom- und Wasserkosten zugleich.
Die dritte Stellschraube ist der Gerätezustand. Verkalkung, schwankende Temperatur, ungewöhnliche Geräusche oder ein Gerät, das nur bei sehr starkem Wasserfluss startet, sind Warnzeichen. Alte hydraulische Durchlauferhitzer regeln grober als elektronische Modelle. Elektronisch geregelte Geräte halten die Temperatur meist stabiler und vermeiden eher unnötig hohe Leistung. Wartung oder Entkalkung kann sich lohnen, ein Tausch ist aber bei Mietwohnungen Sache des Eigentümers.
In der Praxis
Nimm einen Zwei-Personen-Haushalt mit elektrischem Durchlauferhitzer. Beide duschen täglich 5 Minuten. Das Gerät hat 21 kW, der Strompreis liegt bei 35 Cent/kWh. Pro Dusche sind das etwa 1,75 kWh und 0,61 Euro. Zwei Duschen pro Tag kosten damit rund 1,22 Euro, im Jahr etwa 445 Euro.
Wenn beide Personen die Duschzeit von 5 auf 4 Minuten senken, fällt der Verbrauch rechnerisch um 20 Prozent. Aus 445 Euro werden grob 356 Euro. Das sind rund 89 Euro weniger pro Jahr. Kommt zusätzlich ein Sparduschkopf dazu, der statt 12 Litern nur etwa 7 Liter pro Minute durchlässt, kann die Entlastung deutlich höher liegen. Realistisch sind bei zwei Personen je nach Temperatur, Tarif und Duschverhalten etwa 80 bis 150 Euro pro Jahr. Das ist keine feste Zusage, sondern eine brauchbare Größenordnung für Stand April 2026.
Eine typische Kostenfalle ist das Mischen am Hahn: Gerät sehr heiß einstellen, dann kaltes Wasser dazudrehen. Besser ist, am Durchlauferhitzer die gewünschte Temperatur zu wählen und am Hahn möglichst wenig zu mischen. Eine zweite Falle sind Billig-Duschköpfe, die den Strahl unangenehm machen. Dann duschst du oft länger und der Vorteil schrumpft. Achte auf passenden Anschluss, ausreichenden Komfort und darauf, dass das Gerät mit niedrigerem Durchfluss noch sauber anspringt.
Prüfe außerdem deinen Stromtarif. Warmwasser hängt beim elektrischen Durchlauferhitzer direkt am Arbeitspreis pro kWh. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Stromtarife regelmäßig zu prüfen und nicht nur auf Boni zu schauen. Für dich zählen Grundpreis, Arbeitspreis, Vertragslaufzeit, Kündigungsfrist und Preisgarantie.
Fazit
Ein Durchlauferhitzer ist kein Problemgerät, aber ein starker Stromverbraucher, sobald warmes Wasser läuft. Stelle die Temperatur im Bad auf etwa 38 bis 42 Grad, miss einmal deine Duschdauer und prüfe, wie viele Liter pro Minute dein Duschkopf durchlässt. Wenn die Temperatur schwankt, das Gerät alt ist oder nur unzuverlässig startet, melde das in der Mietwohnung sauber an Vermieter oder Verwaltung. Dein nächster Schritt: eine Woche lang Duschzeit und Strompreis notieren, dann rechnest du mit deinen echten Zahlen statt mit Bauchgefühl.